Alles Freiwillig! Junge, schöne Frauen und wohlhabende, ältere Männer.

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Laut einer Kampagne für eine Datingplattform die ideale Kombination für alle, die "Romantik, Leidenschaft, Mentoring" und einen "luxuriösen Lebensstil" suchen. So ist es zumindest auf den mobilen Werbeplakaten zu lesen, die seit Sommer auf Anhängern in immer mehr Ländern Europas unterwegs sind und diese Woche erstmals auch in Wien gesichtet wurden. Die zweideutigen Plakate haben hier allerdings gar keine Genehmigung. Die Stadt und das Frauenministerium kündigten Konsequenzen an.
Die Plakate zeigen eine junge Frau mit rotem Lippenstift, die gerade von einem Mann geküsst wird, und richten sich gezielt an Studenten. "Hallo Studenten!", steht darauf geschrieben, "datet einen Sugardaddy oder Sugarmama." Die jungen Frauen wären dann die Sugarbabies, die Sugardaddies daten - es gibt aber auch Sugarmamas für männliche Studierende, so die Erklärung auf der entsprechenden Webseite. Hier finden sich noch mehr Details zum Beispiel zu Sugardaddies: "Sie sind erfahren und genießen attraktive Gesellschaft an ihrer Seite. Geld ist kein Problem, also sind sie großzügig, wenn es darum geht, ein Sugarbaby zu unterstützen." Und weiter: "Holen Sie sich den jugendlichen Spaß zurück in Ihr Leben, was nur mit einer jungen Dame möglich ist." Das Motto lautet: "Rich meet beautiful."
Der Grat zwischen Dating und Prostitution ist allerdings schmal. Auf der Webseite ist zwar in keinem Satz von Sex die Rede, belgische Behörden haben aber bereits im September Ermittlungen wegen des Verdachts der Anstiftung zur Prostitution aufgenommen. Die Polizei beschlagnahmte die Plakate. Bei der belgischen Variante war das Dekolleté einer spärlich bekleideten jungen Frau zu sehen - konkret viel Haut und ein wenig roter BH. Dazu heißt es aus dem Französischen übersetzt: "Hey Studentinnen! Verbessert Euren Lebensstil, geht mit einem Sugardaddy aus."
Mehr dazu: https://www.richmeetbeautiful.com/de/

Kommentare

  1. Verstehe trotzdem die Aufregung nicht ganz. Weil sowas gibt es eigentlich schon seit hunderten Jahren. Halt in anderer Form ab es gibt es nun mal. Bestes Beispiel ist Lugner. Genauso wie die anderen Dating Plattformen erleichtert man es halt jetzt nur den Leuten sich zu finden. Oder glaubt irgendjemand die ganzen Lugner Tierchen haben es nicht freiwillig gemacht sondern wurden dazu gezwungen?

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  2. Das ist wenigstens ehrlich. Den Berufsempörten missfällt das natürlich, was auch nicht wundert.

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  3. Meine Frau ist um einiges jünger als ich. Als ich sie kennen gelernt habe, machte sie Matura und ich hatte bereits ein nicht so übles Einkommen. Irgendwann haben wir geheiratet, ein Kind bekommen und noch eins ... und jetzt studiert sie ... und ich finanzier das zu einem guten Teil. Der einzige Unterschied aus meiner Sicht ... hab sie mir eben nicht im Katalog ausgesucht .

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  4. Tante Erni12/01/2017

    Also ich denk nicht daß auch nur eine(r) der jungen Damen/Herren die sich dort prostituieren tatsächlich in einer groben Notlage befinden. Ist wohl eher so, daß sie sich das Leben mit viel Geld und wenig Arbeit als Ziel gesteckt haben. Also von 'Ausnützen einer Notlage' kann man da wohl überhaupt nicht sprechen. Aber ja: Ich bezeichne das anbieten seines Körpers gegen Bezahlung für Prostituion. Aber das soll jeder für sich entscheiden.

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