Neues Opernhaus in Athen feierlich eröffnet.

In Athen hat das neue Opernhaus mit einer Aufführung der Oper "Elektra" von Richard Strauss mit der Premiere am 15 Oktober 2017 seine feierliche Eröffnung gefeiert. Zentrale Gestalt der Eröffnungsvorstellung war die 73-jährige griechische Sängerin Agnes Baltsa als Klytämnestra, die an diesem Abend ihr Debüt an der Griechischen Nationaloper feierte. Das Opernhaus ist Teil des Kulturzentrums "Stavros Niarchos Foundation Cultural Center" (SNFCC), das manchen als "neue Akropolis" gilt und das von einer Stiftung des griechischen Reeders Stavros Niarchos finanziert wurde.
Wie eine gute Fee stellt eine private Organisation quasi über Nacht ein gewaltiges Kulturzentrum hin und schenkt es dem Staat. Von solcher Mär können deutsche Städte nur träumen, die sich mit Bau und Renovierung ihrer Opern und Theater unter oft genug skandalösen Umständen und ins Unermessliche steigenden Kosten herumquälen. Aber es ist kein Märchen, was sich in einem europäischen Land zugetragen hat, das durch eine finanzielle Dauerkrise von sich reden macht. Seit einigen Monaten ist in der griechischen Hauptstadt Athen auf einem zuvor vernachlässigten, nun attraktiv herausgeputzten Park- und Sportgelände ein hochkarätiger Kulturkomplex in Betrieb, der sogleich zu einem beliebten Ausflugsziel wurde.
Bild: Nikos Karanikolas
Das Kulturzentrum, das hier geöffnet hat, komplett mit Opernhaus, Nationalbibliothek und Park, wirkt wie ein Meteor aus einer anderen Welt, der im Süden Athens einschlug. Elly Andriopoulou hat einen anderen Vergleich. „Als die Leute den Beginn der Bauarbeiten sahen, wurde es ein Leuchtturm der Hoffnung“, sagt die Managerin des Kulturzentrums der Stavros-Niarchos-Stiftung: „Es ging voran, ganz nach Plan. Es war für sie.“ Andriopoulou arbeitet für die wohl größte private Wohltätigkeitsorganisation im Griechenland der Schuldenkrise. Der Reeder Niarchos hatte – weitgehend steuerfrei wie alle in der Branche – bis zu seinem Tod 1996 ein Milliardenvermögen angehäuft, mit dem seine Familie seither dem Land unter die Arme greift. Ende vergangener Woche übergab die Stiftung das Megaprojekt in einer abendlichen Feier an Staat und Volk.
Für das einfache Volk jedoch wurde dieser Tempel nicht errichtet.  Es gibt dort weder einen Metro- noch einen Straßenbahnanschluss, nicht einmal ein Shuttle-Service mit dem Bus zum Stadtzentrum wurde vom Staat oder der Stadt organisiert. Wer das SNFCC also künftig besuchen möchte, muss mit dem Auto oder dem Taxi fahren. "Wie soll das Volk davon profitieren, der einfache Senior, dem sie nun schon zum x-ten Mal die Rente zusammengestrichen haben?", heißt es.

Kommentare

  1. Eigentlich bin ich nicht bereit einen positiven Artikel über GR lesen. Das ist aber definitiv ein! Es hilft nichts, das ist eine gute Nachricht! Super. Aber es muss solche "shitty little ..." geben, die mich zurück in die Realität holen. Das billige Märchen von den bösen Deutschen! Liebe shitty, waren Sie mal länger als eine Woche in GR außerhalb von einem all inkl Club? Wahrscheinlich nicht.

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  2. l.willerth10/29/2017

    dieser Steuerignorant soll lieber erstmal in seinem Leben Steuer zahlen, statt den großkotzigen Mäzen raushängen zu lassen, die Griechen glauben sicher jetzt er hats ihnen geschenkt, tatsächlich aber haben sie es selber bezahlt und büßen es bitter.

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  3. Von den GriechenInnen kann man sich in der Interpretation eines Liedes viel abschauen, müssen wir Österreicher im Temperament auf der Bühne doch ein wenig dazulegen um über die Rampe zu kommen!

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