Warum hier im Blog die Anonymität gar kein Problem darstellt.

Wenn ich persönlich schreiben würde, würde ich das nur anonym machen, sagt mit unlängst ein prominentes Mitglied.  Gerade in einem öffentlichen Forum.
Warum Klarnamen im Nachteil sind:
Damit jeder der meinen Namen bei Google eingibt meine Beiträge findet? Jeder Kollege, Geschäftskontakt, Firmenchef...? Die Anonymität hat ihr Pendant in den manchmal sehr rigide angewandten "Netiquette", die hin und wieder auch als politische Zensur aufgefasst werden können - z.B: "Nennen Sie ein Quelle für Ihre Meinung."  Ein für mich absurdes Ansinnen, wenn es tatsächlich nur um Meinung geht und nicht um behauptete Fakten. Ich verstehe aber beispielsweise auch einen Wiener, der sich nicht unter seinen Klarnamen kritisch zu seinen Arbeitsplatz  äußern möchte. Die Entlassung,  ist wie wir mittlerweile wissen, die Realität. Es gibt also sehr gute Gründe, sich in Leserforen anonym zu bewegen. Bei einer  Diskussion im Internet gibt es nicht nur die Diskutanten selbst und interessierte Mitleser, sondern die Weltöffentlichkeit. Man muss bei der Diskussion nicht nur an sich denken, sondern z.B. an die Persönlichkeitsrechte anderer, an den Schutz der eigenen Kinder usw. Jemand, der HC Strache  heißt, ist diesbezüglich auch mit Realnamen besser geschützt als jemand mit normalen Namen wie  Franz Maier.  Außerdem, nur weil jemand als HC Strache schreibt, kann man davon ausgehen, dass er wirklich HC Strache ist und nicht Christian Kern ? Der sorglose Umgang mit den vermittelten Informationen, könnte sich irgendwann zum Bumerang auswirken. Wissen wir, inwieweit sich die Zeiten ändern können?
Anonymität bei heiklen Themen wichtiger Schutz:
Anonymität kann auch vor Strafverfolgung schützen, wenn man Straftaten wie z.B. Beleidigungen im Netz begeht.  Anonymität im Netz schützt aber auch vor Denunziation! Wenn man sieht was in Österreich inzwischen abgeht hinsichtlich Denunziantentum und Spitzeleien von selbst ernannten Moralaposteln, dann kann man jeden der in seiner Meinung vom Mainstream abweicht nur dringend Anonymität empfehlen. 
Ja ganz recht, Anonymität kann auch vor Strafverfolgung schützen, wenn man Straftaten wie z.B. Beleidigungen im Netz begeht. Und Hand aufs Herz, ob Klarnamen oder Anonym, es ist eigentlich egal. Ein Meinung ist eine Meinung und ein Kommentar ein Kommentar, gelesen wir es trotzdem. Der Internetkommentar hat seine Besonderheiten, er hat den Charakter des gesprochenen Wortes, ohne das man den Gesprächspartner leiblich vor sich hat. Das gesprochene Wort ist viel weniger durch seinen Urheber kontrolliert, als das geschriebene, das gilt nicht nur für Politiker. Man ist freier, lockerer als beim Schreiben. Durch die fehlende Persönliche Anwesenheit des/der Gesprächspartner im Internet fehlt bei einigen, die anonym schreiben, aber die nötige Hemmung, die man im persönlichen Kontakt hat.
Die schriftliche Veröffentlichung eines Kommentars unter eigenem Name würde eine viel größere Sorgfalt erfordern, so wie auch ein Journalist stundenlang an seinen Texten feilt, sie mit Kollegen diskutiert und gegenlesen lässt, bevor er sie in die Welt setzt.


Erna v. Buschwuchtel 

Kommentare

  1. Es gibt gute Gründe, sich in Leserforen anonym zu bewegen. Ich habe vollstes Verständnis für Menschen die sich anonym bewegen möchten ob virtuell oder analog auf einer Demo.

    AntwortenLöschen
  2. Man kann in diesem Land manche Themen nicht mehr diskutieren, ohne in eine Ecke geschoben zu werden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie oft helfen uns Gesetze? Wie oft kommen wir an absolut einmalige Situationen im Leben? Die einen halten sich dann an Gesetze und tun es nicht, die anderen werden kriminalisiert, zu Unrecht.

      Löschen
  3. tomtomsalzburg7/24/2017

    Sie sprechen aus was ich denke, denn was bringt schon der Klarname? Damit weiß man auch nicht "wer" jemand ist, nur wie er heißt. Wenn jemand dann unbedingt mehr wissen will, als zum Diskussionsthema, finde ich das eher unheimlich.

    AntwortenLöschen
  4. ...und nicht wenige Zeitungen lassen ihre Beiträge mit Kürzel drucken. Rate mal wer das schrieb????

    AntwortenLöschen
  5. Elisabeth Serr7/24/2017

    Der Widerstand gegen eine Klarnamenpflicht hat doch einen logischen Grund. Diejenigen, die ein Pseudonym verwenden sind der Überzeugung, dass ihnen Nachteile erwachsen könnten, wenn sie Meinungen publizieren, die nicht dem Mainstream entsprechen.
    Anders ausgedrückt:
    Je mehr die Menschen den Eindruck haben, in einer freien, selbstsicheren und toleranten Gesellschaft zu leben, desto mehr Leute werden mit Klarnamen schreiben. Je mehr hingegen befürchtet wird, dass abweichende Auffassungen sanktioniert werden könnten - bis hin zu direkten persönlichen Nachteilen (z.B. im Arbeitsleben) - desto mehr wird man das Pseudonym bevorzugen.

    AntwortenLöschen
  6. Blogwart7/24/2017

    Es wird jetzt dringend Zeit für uneingeschränkte Offenheit. Jeder sollte sich nur noch mit Namen, Anschrift, Telefonnummer und Sozialversicherungsnummer mit einem einzigen festen Account im Netz bewegen dürfen. Weiteres die Zeiten wann er/sie immer zu Hause ist, nur so für den Fall…

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Anna-Bea Herter7/24/2017

      Ach du meine Güte.

      Löschen
  7. Maurer G.7/24/2017

    Wer würde seinem Kind empfehlen, den wahren Klarnamen im Internet zu benutzen? Bei einer Diskussion fehlt bisher der Aspekt, dass man ohne Selbst-Schutz im Internet nicht unterwegs sein sollte.Wenn jemand seinen Namen nicht angibt, scheint er schon mal grundsätzlich vorsichtiger im Netz unterwegs zu sein. Und das ist in der heutigen Zeit absolut zu bevorzugen.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen