Parteiplakate oder Wahlplakate: Keiner will sie, doch überall hängen sie.

Seit wenigen Wochen hängen die Wahlplakate wieder auf Österreichs Straßen. An Plakaten geht jeder irgendwann vorbei. Die Wahrnehmung ist den Parteien viel Geld wert. Österreich wählt am 15. Oktober einen neuen Nationalrat.
Parteiplakate oder Wahlplakate: Keiner will sie, doch überall hängen sie.
Vorläufer von Plakaten gab es schon im Römischen Reich. Ihre große Zeit begann aber dann im 19. Jahrhundert mit der Erfindung der Litfaßsäule. Im Zeitalter von Funk, Fernsehen und digitalen Medien genießt diese Art der Werbung nicht mehr den hohen Stellenwert von damals. Dennoch bleiben die großen, bedruckten Papierbögen in der Politik beliebt.
Riesige Plakatständer suchen aussagekräftige Plakate.
Funktionen des Wahlplakats von heute, die das Wahlplakat im historischen Verlauf erfüllt hat und erfüllt, sind unterschiedlich.  Zu den wichtigen Aufgaben von Wahlplakaten zählt, dass sie das Ereignis Wahl bewerben, sie also das Nahen von Wahlen ankündigen.  Wahlplakate bewerben eine Partei, eine Person, ein Thema, zeigen "wofür" oder "wogegen" eine Partei steht, dienen als Motivationshilfe für ParteimitarbeiterInnen und FunktionärInnen, sollen politische MitbewerberInnen oder GegnerInnen einschüchtern und demotivieren (Integrations- und Identifikationsfunktion) und v.a. die WählerInnen in ihrem Handeln beeinflussen. Wenn heute auch nur ein sehr geringer Anteil der WählerInnen angibt, dass Wahlplakate ihre Wahlentscheidung tatsächlich beeinflussen, so bestimmen Wahlplakate über den Faktor Image die Wahlentscheidung der WählerInnen auf einer  unbewussteren Ebene doch deutlich mit. Dies macht das Wahlplakat mit seiner langen Geschichte und angesichts einer zunehmenden brutalen Medienvielfalt auch heute noch zu einem wesentlichen Wahlkampfmittel, auf das keine Partei im Wahlkampf verzichten will. Bedeutet der Verzicht auf Wahlplakate doch auch immer ein Nichtvorhandensein, eine fehlende Präsenz im Stadtbild bzw. die Überlassung des öffentlichen Raumes an die politischen MitbewerberInnen.


Plakat für Van der Bellen
Bestes Beispiel die Bundespräsidentenwahl 2016. Die SPÖ stellte damals Van der Bellen unzählige eigene Plakatständer österreichweit zur Verfügung und verdrängte damit Konkurrenten Norbert Hofer mehr oder weniger vom Straßenbild. Van der Bellen konnte dadurch bei der Bundespräsidentenwahl deutlich präsenter in Erscheinung treten um für sich einen wichtigen Vorsprung herauszuarbeiten. 

Kommentare

  1. Gertraud7/30/2017

    Früher gab es auch noch verschiedene Richtungen zu wählen.. Heutzutage ist jedes Wahlprogramm im Endeffekt gleich.. Das was das volk am meisten anspricht wird ins Programm genommen.. Es geht nur noch drum gewählt zu werden.. Scheiss egal wie..

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  2. l.willerth7/30/2017

    Parteien haben auch keine Beschränkungen, solange sie auf ihren Plakaten konkrete Veranstaltungen ankündigen. Dies dürfen sie auch ganzjährig tun und unabhängig davon, ob gerade eine Wahl vor der Tür steht.

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  3. Corinna7/30/2017

    Vor dem Hintergrund der letzten Jahre sind diese Plakate klassische Fake-News. Plakate sind unwichtig, wer heute noch denkt mit Plakaten den Wahlkampf zu beeinflussen und Wähler zu gewinnen, der lebt im falschen Zeitalter.

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  4. Z.Lino9/07/2017

    Ich sehe diese Plakate schon gar nicht mehr, ist bei mir wie die Zeitungswerbung. Alle bunten schrillen Bilder werden automatisch ausgeblendet.

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  5. Tante Erni9/07/2017

    Wahrgenommen werden sie schon, sie werden einem/r ja geradezu aufgedrängt pausenlos. Aber als Ärgernis wahrgenommen

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  6. Bergler Ilona9/07/2017

    In meiner Gemeinde ist jeder zehnte Laternenpfahl Opfer der FPÖ geworden. Ich frage mich, ob das überhaupt legal ist. Darf ich auch auf jedem öffentlichen Gut Plakate von schirchen Gesichtern anbringen?

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  7. Elisabeth Serr9/07/2017

    Ich hab Wahlplakate noch nie verstanden. Es sind einfach unnötige Ausgaben weil man ja eh weiß, dass das nur heiße Luft ist die da gedruckt wird. Sämtliche Flyer, Kulis Autobedrucke, TV-Schaltungen und den ganzen Ramsch kann man auch gleich auslassen. Kotzt mich nur an wenn ich sowas seh oder hör. Die einzig sinnvolle "Werbung" ist die direkte Konfrontation mit den Spitzenkandidaten. Die damit "gewonnen" Werbungsausgaben könnten in Bildung und Gesundheit investiert werden (nur am Rande: wie man bei diesen zwei Themen sparen kann werd ich auch nie verstehen).

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