Der Streitwert: 500.000 Euro. Der moralische Imperativ oder wer entscheidet über Kunst, Kultur und Musik?

Ein Interview, das der Wiener Konzerthaus-Chef Matthias Naske am 08.05.2017 der "Presse" gegeben hat, zieht nun einen ungewöhnlichen Gerichtsstreit nach sich.

Die Personen:
Matthias Naske, bezeichnet sich selbst als Kulturmanager, ist aktuell Leiter des Wiener Konzerthauses und hat sich das Ziel gesetzt, die finanzielle Situation des Wiener Konzerthauses  zu verbessern. Das soll vor allem durch höhere städtische Subventionen gelingen.

Andreas Gabalier ist ein überaus erfolgreicher Musiker aus der Steiermark ,  sammelt Auszeichnungen am laufenden Band und füllt locker die größten Stadien und Veranstaltungshallen. Er ist wahrscheinlich auf dem Weg einer der erfolgreichsten österreichischen Musiker  zu werden.

In dem besagten Interview hat Naske gesagt, er würde, anders als der Musikverein, Andreas Gabalier nicht im Konzerthaus auftreten lassen. "Man muss wissen, wer Gabalier ist, wofür er steht und dann abwägen", sagte Naske. Gabalier sieht sich durch diese Aussage ins rechte Eck gedrängt und in seinem wirtschaftlichen Fortkommen geschädigt.
Es ist akzeptabel wenn der Direktor des Konzerthauses meint, dass der Herr Gabalier dort nicht auftreten darf, weil er ja eventuell auf die Einnahmen nicht angewiesen ist, weil das Konzerthaus ja auch von den staatlichen Subventionen lebt . Völlig inakzeptabel ist aber das, was dieser Herr Naske so im Kontext zu einem Auftritt des Herr Gabalier gesagt hat: "Weil das Signale sind. Man muss wissen, wer Gabalier ist, wofür er steht, und dann abwägen."
In dem Gerichtsverfahren wird Naske diese Sätze genau erklären müssen. Entgegen seiner Aussage sind das sehr wohl politische Wertungen. Wenn es nämlich nur um die künstlerische Qualität ginge, wären diese Dinge eigentlich egal, denn dann zählte ja nur das künstlerische Werk und nicht die Person. Und genau darin liegt der Skandal, es geht nämlich bei dieser Aussage nicht um das künstlerische Werk, sondern genau darum einen politisch nicht opportunen Künstler zu diskreditieren. Und das ist in jedem Fall ehrverletzend.
Der Gerichtsstreit wird wohl für manche das Kultur Highlight des Jahres und wird die stark subventionierten Institutionen, wie hier in diesem Fall das Wiener Konzerthaus und deren Vertreter, in einem neuen armseligen Licht erscheinen lassen.

Kommentare

  1. Anonym6/25/2017

    Einen Künstler wegen leicht rechten Aussagen den Auftritt zu verwehren halte ich für unzulässig. Ich rechne es Gabalier hoch an, dass er nicht aus Opportunismus im linken Einheitsbrei mitschwimmt, sondern sich den Luxus einer eigenen Meinung gestattet.

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  2. Anonym6/25/2017

    Die sogenannten Gutmenschen, die seit den Vorkommnissen(Flüchtlingskrise) im Sommer 2015 die alleinige Deutungshoheit über Moral und Anstand verloren haben. Die jahrzehntelang geschwungene Nazi-Keule gegen Andersdenkende kommt heutzutage wie ein Bumerang mit der Aufschrift "Linke Gesinnungsdiktatur" wieder retour. Indem Gaballier mit verbalem Dreck beworfen wird, ist zu erkennen, wie schwer sich die Linksliberalen mit dem plötzlichen Verlust der alleinigen Deutungshoheit über Moral und Anstand tun. Ich persönlich kann mit Gallaliers Musik auch nicht viel anfangen, aber wenn die Toten Hosen unplugged im Burgtheater spielen dürfen, ist es einem Gaballier ebenso erlaubt unplugged im Musikverein oder Konzerthaus spielen zu dürfen. Weder die musikalische Qualität noch die Gesinnung spielen dabei eine Rolle.

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  3. Anonym6/25/2017

    Es wird Zeit für eine andere Regierung die mit diesen Ultralinken Meinungsdiktatoren aufräumen. Das Konzerthaus gehört nicht den Linken Meinungsmachern sondern der gesamten Bevölkerung. Die Linken Meinungsdiktatoren errinnern mich an eine Zeit wo man in ein Lager kam wenn man einen gewissen Herrn nicht gemocht hat

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  4. Anonym6/25/2017

    Naske, wer? autsch, so hab ich`s gerne. Erst blöd quaken und dann Hosigacka und Ausreden suchen.

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  5. Anonym6/25/2017

    Die Klage ist durch das Management eingebracht. Manager Klaus Bartelmuss und dessen Wiener Anwalt Meinhard Novak (Wettbewerbsklage) gegen Naske. Diese lautet auf Feststellung des Schadens und Widerruf wegen Herabsetzung. (Ein Leser der es wissen muss)

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  6. Anonym6/25/2017

    Es gibt einen sehr interessanten Bericht, dass man seit geraumer Zeit aus den kulturellen Vorlieben eines Menschen keine Schlüsse mehr ziehen kann. Rechte Jugendliche hören begeistert afroamerikanischen und arabischen Gangsterrappern zu. Man trifft FPÖ Wähler auf Klassik Konzerten und in der Oper und auf einem Rammstein Konzert trifft man Heerscharen von Bürgerkindern Leute die weit links stehen. Die Leute sind lockerer als früher, lassen sich aber nirgends mehr wo dreinreden. Die basteln sich ihr eigenes Leben.

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  7. Anonym6/25/2017

    Das Konzerthaus entscheidet also abhängig von der politischen Meinung des Künstlers ob dieser dort Auftreten darf oder nicht? Sowas kennt man doch normalerweise nur aus Nordkorea und anderen zurückgebliebenen Staaten.

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